Home
Forum
Suche
Wir über uns
Presse
Impressum
Schrift Krudewig
von Deutz nach Poll
Schiffahrt / Rhein
Histor. Ereignisse
Poll
Deutz
Koeln Allg
Sonstige Bilder
Heimatseiten Zündorf
Jägerhof
Milch/Fisch internat
Privat
Insider
Gästebuch
Das andere Poll
40 Jahre "Zum Boor"
Markante Punkte Rhei
Ausstellungen

Poller Maigeloog bot Maifischen schützendes Dach

Offizieller Maifischbesatz 2011 in Hessen

Auch in Frankreich geht Maifisch-Bestand zurück

Im Rahmen des neuen EU-Life-Plus Projektes „Maifisch“ fand am Montag, 20.06.2011 im hessischen Europareservat der Kühkopf-Knoblochsaue (Kreis Groß-Gerau) der offizielle Besatztermin 2011 für Maifisch im Rhein statt. Mit Hessens Umweltministerin Lucia Puttrich an der Spitze setzten Pierre Lanapats, französischer Generalkonsul; Ministerialdirigent Dr. Martin Woike, Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW und Dr. Andreas Scharbert, Projektmanager des EU-Life-Plus Projekts Maifischlarven in einer symbolischen Aktion in einen Nebenarm des Rheins aus.

Durch kurz vorher plötzlich einsetzenden Regen drohte die Veranstaltung jedoch ins Wasser zu fallen. Spontan besorgten Hans Burgwinkel, Reihmeister des (Köln-) Poller Maigeloogs und Boris Dahmen, Poller Fischwirt, die als Gäste an der Veranstaltung teilnahmen, in einem wenige Kilometer entfernten Discounter zwei Pavillons als Regenschutz für die Veranstaltung. Projektmanager Dr. Andreas Scharbert und Karl Apel, Stv. Abt.Ltr. im Hessischen Umweltministerium boten sofort eine „Vorfinanzierung“ des Regenschutzprojektes an. So konnten die kleinen Fischchen trocken ins Wasser gesetzt werden…

Die wenige Wochen alten Fische haben die Größe von Kaulquappen und stammen aus der südwestfranzösischen Partnerregion Hessens, der Aquitaine, die sich mit dem Land Hessen an dem EU-Life-Plus-Projekt beteiligt.

 „Wir wollen, dass Maifische wieder in den Rhein einwandern und eine gesunde Population bilden, die in der Zukunft ohne begleitende Besatzmaßnahmen auskommt“, sagte die Ministerin. Die Lebensbedingungen für Fische im Rhein hätten sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert, so dass sich viele der früher vorkommenden Arten von alleine wieder ansiedelten. Laut der Ministerin wird es 10 bis 15 Jahre dauern, bis sich eine selbst tragende Population entwickelt hat. Ein Anstieg der Rückkehrerzahlen der bisher ausgesetzten Maifischlarven wird ab dem Jahre 2013 erwartet. Parallel müssen weitere Techniken, wie z.B. die Haltung von Muttertieren, die ermöglichen sollen, die Entnahme wildlebender Tiere zu reduzieren, entwickelt und erprobt werden.

Das mit dem „European Regional Champions Award“ ausgezeichnete Wiederansiedlungsprojekt des Maifisches in den Rhein, an dem sich nicht nur die Bundesländer Hessen und Nordrhein-Westfalen, sondern auch Frankreich und die Niederlande beteiligen, ist ein Förderprogramm der Europäischen Union zur finanziellen Unterstützung von Umwelt und Naturschutzvorhaben. Die Gesamtkosten von rund einer Million Euro werden zur Hälfte durch das Finanzierungsinstrument der Europäischen Union getragen. Partner sind HIT-Umweltstiftung, Rheinfischereigenossenschaft NRW, Umweltministerium Hessen, Sportvisserij Nederland (Sportfischervereinigung der Niederlande) und Forschungspartner in Frankreich Cemagref und  Migado,  Bezirksregierung Düsseldorf, Landesfischereiverband Westfalen und Lippe, Fischereiverband NRW, Rheinischer Fischereiverband von 1880, Stiftung Wasserlauf und  Aquazoo, Löbbecke Museum Düsseldorf .

Im vorigen Jahr fand der offizielle Besatztermin in Poll am Rhein u.a. mit den Umweltministern Silke Lautenschläger aus Hessen, Eckhard Uhlenberg aus NRW sowie dem Kölner Bürgermeister Hans-Werner Bartsch statt.

Im September konnten dann erstmals seit Jahrzehnten wieder ins Meer wandernde Maifische bei Rieth am Niederrhein beobachtet werden.

Das inzwischen ausgelaufene Projekt wird jetzt mit weiteren Partnern vor allem in Frankreich erweitert und fortgesetzt als „EU-Live-Plus-Projekt“, in dem auch der Erhalt der Fischpopulation in Frankreich untersucht und gefördert wird. Dort kommt es seit 2006 zu erheblichen Populationsschwankungen, so dass in diesem Jahr an der Dordogne keine Maifische mehr kommerziell gefangen werden dürfen. Daher wurde ein Teil der aus Frankreich gelieferten Maifischlarven zu einer sog. Elternfischhaltung in Aßlar (Hessen) gebracht, um sie dort aufzuziehen.

Zum Abschluss des alten LIFE-Maifischprojektes ist der  sogenannte „Laienbericht“ , in Form eines Fachberichtes des Projektträges LANUV NRW erschienen. Der Bericht vermittelt einen Überblick über die Biologie des Maifischs sowie die Historie der Fischerei am Rhein. Darüber hinaus liefert er Hintergründe, Ziele und Errungenschaften des Ende 2010 ausgelaufenen Projektes und gibt einen Ausblick auf das anschließende LIFE+ Maifischprojekt. Der Fachbericht richtet sich an die breite Öffentlichkeit, bietet aber auch dem Fachpublikum vertiefte Informationen, insbesondere zu den im Rahmen des Projektes entwickelten Verfahren zur künstlichen Vermehrung von Maifischen. Für interessierte Leser steht der Bericht in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch und Niederländisch zum Herunterladen auf der Homepage des Maifischprojektes www.alosa-alosa.eu und auf der Homepage des LANUV NRW www.lanuv.nrw.de/alosa-alosa/de zur Verfügung. http://www.lanuv.nrw.de/veroeffentlichungen/fachberichte/fabe28/fabe28KW.pdf

Weitere Informationen und Bilder siehe auch Homepage des Poller Maigeloogs http://www.pollermaigeloog.de/besatz-2011.html  und des Rheinischer Fischereiverbandes von 1880 http://www.rheinischer-fischereiverband.de/index.php?id=220

Mit dem Maifischeinsetzen geht auch das Poller Maispill zu Ende und der Zacheies am Alt-Poller Wirtshaus kann abgehangen / ertränkt werden….

Hintergrund

Der heringsartige Maifisch wird 50 bis 70 Zentimeter lang und bis zu drei Kilogramm schwer. Er verbringt den größten Teil seines Lebens im Meer. Wie der Lachs kommt der Maifisch einmal in seinem Leben vom Meer zurück in die Flüsse. Im Alter von drei bis fünf Jahren wandert er im Frühjahr in großen Schwärmen viele hundert Kilometer die Flüsse hinauf, um sich während der warmen Mainächte auf Kiesbänken fortzupflanzen und anschließend zu sterben. Nach nur vier Tagen schlüpfen bereits die kleinen Maifische aus den Eiern. Von der Strömung lassen sie sich über die warmen Sommermonate hinweg die Flüsse abwärts bis in das offene Meer hinaus treiben.

Zurück